Pressemitteilung des Fanbeirats Babelsberg zur Einstellung des Spielbetriebs im Karl- Liebknecht-Stadion Babelsberg

Mit großem Entsetzen haben wir, die Fans des SV Babelsberg 03, die weitere Eskalation des Konflikts zwischen der Landeshauptstadt Potsdam und unserem SV Babelsberg 03 zur Kenntnis genommen und möchten mit dieser Pressemitteilung unser völliges Unverständnis zur gegenwärtigen Situation äußern.

Wir können nicht nachvollziehen, dass sich die Landeshauptstadt Potsdam, stellvertretend sei hier die Beigeordnete Frau Dr. Magdowski mit dem Ihr zugeordneten Fachbereich für Bildung und Sport genannt, mittels einer einfachen, förderrechtlichen Banalität an unserem Verein abarbeitet und somit nicht nur die Einstellung des Spielbetriebs im Karl-Liebknecht- Stadion verantwortet, sondern auch ganz offensiv eine Insolvenz des SVB vorantreibt.

Das Karl-Liebknecht-Stadion ist unser Stadion im Kiez, unsere Herzensangelegenheit. Es ist der Ort, an dem wir unseren Emotionen freien Lauf lassen, tolle und weniger tolle Momente erleben, unser Team unaufhörlich unterstützen und in dem wir alle zwei Wochen unsere Zeit verbringen. Es ist für uns Fans einfach mehr, als nur eine schlichte Immobilie. Dieses Stadion ist ein wichtiger Identitätsfaktor und Teil unserer gelebten Fankultur. Es ist daher ausgeschlossen und völlig unvorstellbar, dass wir diesen Ort nur aufgrund von belanglosen Befindlichkeiten einiger handelnder Personen verlassen sollen. Dennoch möchten wir dem FC St. Pauli ausdrücklich und herzlich für die angebotene Unterstützung danken.

Aus unserer Sicht ist das Umschwenken der Auszahlungsmodalitäten reine Behördenwillkür. Es nachvollziehbar, dass der Fachbereich 21 seine finanziellen Mittel transparent und zweckentsprechend nachgewiesen haben möchte. Wenn hier also öffentlich von „Unregelmäßigkeiten“ gesprochen wird und es der Behörde nicht zu teuer ist, ein Wirtschaftsprüfungsunternehmen mit vierstelligen Tagessätzen auf den SVB anzusetzen, dann ist dies zwar äußerst dekadent und auch vor dem Hintergrund an allen Ecken und Enden fehlender Gelder für den Sport (z.B. Flutlichtanlage FSV Babelsberg 74) klar zu hinterfragen, aber zunächst einmal ausschließlich Sache der Behörde.

Wenn der Fachbereich jedoch gleichzeitig von der bisherigen Praxis der Auszahlung abweicht, dann entsteht ein klares Missverhältnis zwischen dem Nutzen einer Maßnahme und dem daraus entstehenden Schaden. Rein förderrechtlich obliegt es dem Fachbereich, auch nach nicht zweckentsprechenden Einsetzen der Mittel im Rahmen der Prüfung des Verwendungsnachweises alle verwaltungsrechtlichen und gerichtlichen Wege zu bemühen, diese zurückzufordern. Da bedarf es in keiner Weise einer unangemessenen, vorauseilenden Vorsicht bei der Auszahlung. Für uns wirkt das Handeln des Fachbereichs ein Stück weit so, als müsse hier zwingend von der eigenen Unfähigkeit zur geeigneten Prüfung abgelenkt werden. Aus unserer Sicht wäre es wesentlich wichtiger, die wirklichen Probleme der Sportstadt Potsdam anzugehen, damit „Potsdam bewegt“ nicht nur eine hohle Jahresphrase bleibt.

Daher fordern wir die Landeshauptstadt Potsdam, allem voran den Oberbürgermeister auf, im Sinne der Sportstadt Potsdam zu handeln und umgehend zu den praktizierten Auszahlungsmodalitäten zurückzukehren. Nur so kann der Spielbetrieb und die ordnungsgemäße Bewirtschaftung des Karl-Liebknecht-Stadions sichergestellt werden. Weiterhin verbinden wir unsere Forderung mit der Hoffnung, dass zukünftig jeder Verein in dieser Stadt die gleiche, neutrale und vollumfängliche Unterstützung erfährt.

Wir fordern alle beteiligten Seiten dazu auf, zu einem Dialog auf Augenhöhe zurückzukehren und die wirklichen Probleme und Lücken in der Stadionbewirtschaftung, wie zum Beispiel den längst überfälligen Abschluss einer Nutzungsvereinbarung zwischen dem SVB und Turbine Potsdam, anzugehen.

Ferner fordern wir alle Seiten, allem voran den Cheftrainer von Turbine Potsdam, Bernd Schröder, dazu auf, medial und rhetorisch abzurüsten und zu einem kooperativen Umgang miteinander zurückzukehren. Rollende Köpfe und baumelnde Stricke helfen nicht, Probleme oder Konflikte rund um das Karli zu lösen.

In diesem Sinne freuen wir uns auf einen erfolgreichen Rückrundenstart am 28.02.2015 im Karl-Liebknecht-Stadion in Babelsberg.

FÜR IMMER KARL-LIEBKNECHT-STADION! Fanbeirat Babelsberg

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