Stellungnahme des Fanbeirates zur Polizeigewalt nach dem Pokalsieg in Luckenwalde

Wut, Entsetzen, Machtlosigkeit!!! Das ist es, was anstatt unbändiger Freude über den Sieg nach dem Landespokalfinale bleibt. So oder so ähnlich geht es wohl allen Nulldreier*innen, welche am Samstag das Landespokalfinale im Werner-Seelenbinder Stadion in Luckenwalde besucht haben.
Es war eigentlich ein schöner Fußballnachmittag. In kürzester Zeit waren die Eintritts- und Buskarten im Vorfeld ausverkauft. Der Busshuttle von Babelsberg nach Luckenwalde funktionierte reibungslos. Der Gästeblock füllte sich mit ca. 1000 Babelsberg Fans. Während des Spielverlaufs gab es einige schöne Spielpassagen, welche letztendlich auch zum verdienten Sieg führten. Nulldrei hat es geschafft Landespokalsieger zu werden!

Die Ereignisse, die in den letzten Spielminuten und unmittelbar nach Abpfiff stattfanden, können und dürfen keineswegs unkommentiert bleiben! Wie kann es sein, dass das der emotional völlig nachvollziehbare Wunsch, mit der Mannschaft zu feiern, einen derartig unverhältnismäßigen und brutalen Polizeieinsatz auslöst.

„Wir wünschen uns alle, dass die Polizeikräfte lediglich durch Anwesenheit auffallen. Ein intensives Betreten des Platzes würde aber einen unverzüglichen Einsatz der Polizeikräfte auslösen. Mal abgesehen von der gesundheitlichen Schädigung, die ein Übersteigen dieses Zauns bei jedem einzelnen [sic!] auslösen dürfte.“, hieß es in einem Schreiben, welches der SV Babelsberg 03 wenige Tage vor dem Spiel veröffentlichte.

Davon abgesehen, dass das der Tatsache widerspricht, dass Nulldrei das Hausrecht für den Gästeblock hatte, ist es absolut inakzeptabel, dass vereinseigene Ordner die Polizei explizit „zur Hilfe“ riefen. Ganz klar ist hier festzustellen, dass keinerlei Bedrohungslage vorgelegen hat. Gegen Emotionen, und dem Wunsch der doch in den letzten Jahren arg gequälten Anhängerschaft, ihre Lieblinge zu feiern, ist doch der Wunsch des Landesverbandes nach „ungestörter Siegerehrung“ nachrangig.

Es entsteht der Eindruck, dass an dieser Stelle die überaus übertriebene Polizeimaßnahme billigend in Kauf genommen wurde. Es zuzulassen, dass sich direkt vor dem Gästeblock eine behelmte Polizeikette postiert und damit eine Droh- und Einschüchterungskulisse schafft war unnötig. Das Spiel verlief ohne jegliche Zwischenfälle oder Provokationen. In der Folge des Polizeieinsatzes waren dutzende, zum Teil schwer verletzte Personen zu beklagen. Es gab bewusstlose Fans, schwere Platzwunden und eine Reanimation. Die Rettungskräfte lösten eine sog. „Großlage“ aus, ein im Rahmen eines Fußballspiels selten oder nie dagewesener Vorgang. Resultat einer strafrechtlich relevanten Brutalität der Polizei. Erster Leitfaden eines jeden Polizeieinsatzleiters ist die Verhältnismäßigkeit der Mittel! In Luckenwalde haben sich unseres Erachten eine Vielzahl von Polizisten einer bislang noch nicht genau zu ermittelnden Anzahl von Straftaten schuldig gemacht.

Statt mit allen (unverhältnismäßigen) Mitteln das Betreten des Platzes zu verhindern, hätte ein Absichern der Heimseite völlig aus gereicht, um den einzig ernst zunehmenden Sicherheitsaspekt zu erfüllen. So hätten Ordnungskräfte beider Seiten mit einer geringen Anzahl an Beamten, einfach mit einer Kette den Platz, halbieren können, um damit beiden Teams und Fanlagern das gemeinsame und gebührende Feiern zu ermöglichen! Weshalb sich die Verantwortlichen für eine zur sicheren Eskalation führende Maßnahme entschieden und ein so übertriebenes und massives Polizeiaufgebot direkt vor der Gegengeraden stellten, ist uns ein verdammt großes Rätsel!

Wir fordern:

1. Ein klares Statement des Vereins, die das Vorgehen der Polizei deutlich missbilligt.
2. Unterstützung der Opfer durch den Verein.
3. Eine vorbehaltslose Aufarbeitung der Rolle der Sicherheitsdienstes, hier insbesondere der Handlungsweise des Einsatzleiters dieses Dienstes.

Der Fanbeirat wird sich am  Dienstag diesbezüglich mit dem Vorstand treffen.

Wir wünschen allen Verletzten, gute und schnelle Genesung. Ein Dank geht an die Rettungskräfte, die unverzüglich und engagiert den Betroffenen geholfen haben.
29.05.2016
Fanbeirat Babelsberg

Bericht zur U18-Fahrt zum Auswärtsspiel in Jena

Zum Spiel in Jena veranstalteten das Fanprojekt Babelsberg und der Fanbeirat Babelsberg eine gemeinsame U18-Fahrt, an der auch das „Neue Zuhause“teilnahm, ein Wohnprojekt in Babelsberg, in dem momentan neun geflüchtete Jugendliche wohnen. Dank großem Interesse kam die U18-Fahrt so auf eine Größe von 20 Personen.

Neben dem Regionalliga-Spiel am Freitag wurde von einem Teil der Gruppe am Samstag auch die KZ-Gedenkstätte Buchenwald besucht.

Einer der Teilnehmer hat einen Bericht dazu geschrieben:
Am Freitag haben wir uns alle erstmal um 12.30 Uhr am Fanladen getroffen und uns auch mit den anderen Jungs, die mitfahren wollten bekannt gemacht. Sie kamen alle aus der WG Neues Zuhause, in der momentan ausschließlich geflüchtete Jugendliche wohnen, und hatten ihre zwei Betreuenden Lisa und Raphael dabei. Nachdem wir uns etwas beschnuppert hatten begann der ernste Teil; die Auto Aufteilung. Das Problem war das jeder der Geflüchteten irgendwie gerne mit einem anderen fahren wollte und sie sich nicht einigen konnten. Als das nach etwa gefühlt und grob geschätzt 20 Minuten endlich erledigt war ging es los. Wir hatten einen 9er T5, einen Kangoo und irgendetwas anderes. Die Fahrt nach Jena verging mit enormer Vielfalt wie zum Beispiel einem Picknick an der Autobahn Raststätte und ganz viel arabischer Pop Music. In Jena Paradies angekommen so gegen 17.00 Uhr hatten wir noch etwas Zeit bis zum Anpfiff. Nach dem Anpfiff aber sollte eine der langweiligsten ersten Hälften meines Lebens auf mich zu kommen, doch in der Halbzeitpause wendete sich das Blatt. Ich hab die lustigste Getränkeverkäuferin der gesamten Liga kennen gelernt und habe eine köstliche Thüringer Bratwurst gegessen. Die zweite Hälfte sollte weitaus mehr als Langeweile übrig haben. Schnell nach dem ersten Tor um die 60. Minute fiel auch das zweite Tor für unsere 11 und die Kurve bebte wie lange auswärts nicht mehr. Nach Abpfiff war unser Plan in der Jenaer Innenstadt eine Pizza zu essen, ich persönlich dachte an eine schnelle Imbiss Pizza aber ich sollte weit gefehlt haben. Vor mir erstreckte sich ein pompöser Nobel Bau, der nicht hätte edler sein können. Als wir alle unsere wohlgemerkt reservierten Plätze eingenommen hatten brauchte der Kellner verdächtig lange bis er zum bestellen kam, also nutzte ich die Zeit mit meinen Kumpels um etwas die Innenstadt zu erkunden. Zurück im Restaurant kam der Kellner auch schon schnell und das Essen danach noch schneller, es schmeckte vermutlich allen vorzüglich, aber leider fehlte noch Bastian der eine anderen Reisegruppe zum Bahnhof brachte und schließlich auch noch für die Schlagzeile des Tages sorgte. Einige unserer 03er wollten im Fahrstuhl eine Disco steigen lassen und der Fahrstuhl war stecken geblieben. Die Feuerwehr kam und die Herren von der Ordnung hielten ihren Zug auf. Also alles noch mal gut gegangen. Als dann auch Bastian da war und er seine Pizza hatte, ging es los in die Herberge, die mitten in der Platte aber auch irgendwie voll in der Einfamilienhäuser Siedlung lag. Na ja wie dem auch sei die Meisten haben vermutlich schnell geschlafen und ich nutzte abends noch einmal die Chance den schönen Spielplatz zu besichtigen bis auch wir dann vor Erschöpfung in die Koje fielen. Am nächsten Morgen standen alle gegen 8 auf und aßen das klassische Jugendherberge Frühstück. Danach hatten wir noch etwas Zeit zu gammeln oder ähnliches. Um 9.15 Uhr trafen wir uns im super ausgestatteten ,, KLUBRAUM“ – der bis auf ein paar Stühle und einen nicht funktionierenden Kasten samt TV Gerät nicht mehr her gab – um die Formalitäten für unsern Besuch der KZ-Gedenkstätte zu besprechen. Dieser Besuch sollte ohne die Geflüchteten stattfinden aus – Gründen die sich vermutlich jeder denken kann. Sie wollten in der Zeit in Jena verbleiben und Fußball spielen oder was auch immer. Unsere 9 köpfige Gruppe aus 5 Jugendlichen und 4 Betreuern fuhr also los in die Gedenkstätte Buchenwald/Weimar. Hier hatten wir eine äußerst interessante Führung und an der Stelle möchte ich auch Lennart noch mal fragen „geht’s dir gut?“ (Insider) Als die Führung vorbei war, bei der wir viel zu Gesicht bekommen hatten wie das Krematorium und die Lager für politische Verbrecher, konnten wir uns zwischen der Ausstellung oder einem 30 minütigen Infofilm entscheiden. Als alle ihren Besuch beendet hatten trafen wir uns an einer Parkbank und chillexten dort noch ein Weilchen. Anschließend gingen wir zum Auto und fuhren zu einem nahe gelegenen Parkplatz mit einem Denkmal wo wir picknickten und sich jeder auf seine Art vergnügte. Der Eine mit einem skurril kreierten Brötchen, der andere mit skurril kreierten Spießen. Dann fuhren wir los zurück zum Stadion, wo wir alle zusammen noch ein Gruppenfoto machen wollten. Dann ging es an die Rückfahrt und das alte Problem tauchte wieder auf. Ein Teil der Gruppe konnte sich leider auch diesmal erst nach 15 min dazu entscheiden in welchem Auto nun gefahren wird. Meine Fahrt verlief ohne eine Pause und ich merkte, dass man zu arabischer Musik gut schlafen kann, was ich dann auch tat. Als ich aufwachte waren wir in der Nähe von Beelitz und ab diesem Moment hörten wir Jason Derulo in Endlosschleife und als wir im Nudeltop ankamen war mir klar

,,ich hasse Jason Derulo“.

Ich gönnte mir im Fanladen noch ein kühles Getränk, verabschiedete mich von allen und fuhr nach Hause.
Es war eine im höchsten Maße schöne, lustige und unterhaltsame U18 Fahrt und ich würde es auf jeden Fall noch mal machen. Danke an unsere Betreuer Jeetze, Max, Bastian, Flo, Raphael und Lisa, die uns das Wochenende so komfortabel und abwechslungsreich gestaltet haben.

 

 

Alle Teilnehmer sind daran interessiert, sich weiter mit den Hintergründen nationalsozialistischer Ideologie, Ausgrenzung und Unterdrückung auseinanderzusetzen.

Daher laden wir euch ein gemeinsam mit uns am Montag den 23. Mai um 20:30 im Fanladen die Dokumentation „Buchenwald – Heldenmythos und Lagerwirklichkeit” zu schauen und diskutieren.

Die zum 70. Jahrestag der Befreiung des Lagers erschienene Doku thematisiert die Lebenssituation der Häftlinge, kommunistische Selbstorganisation und Widerstand, die Dilemmata der kommunistischen Kapos und die Gedenkpolitik der DDR.

Ergebnis der Fanbeiratswahl 2016

Vergangenen Sonntag fand im Rahmen des letzten Heimspiels der Saison gegen den FC Schönberg auch die Wahl zum Fanbeirat statt. Der im Vorfeld veröffentlichte Wahlvorschlag fand bei 109 Personen die sich an der Wahl beteiligten eine deutliche Zustimmung von 88 Prozent. Somit kann der aktuelle Fanbeirat seine Arbeit mit der Unterstützung Romans fortsetzen. Wir bedanken uns für das entgegengebrachte Vertrauen und werden eure Interessen auch in der kommenden Legislaturperiode wieder bestmöglich vertreten.

Fanbeirat Wahlprozedere 2016

Am Tag des Heimspiels gegen den FC Schönberg 95 wird der neue Fanbeirat gewählt, der wieder aus 7 Mitgliedern bestehen soll; er wird bis zum Ende der Saison 2016/2017 im Amt bleiben. Die Vorstellungen der Kandidat*innen findet Ihr im vorherigen Beitrag auf unserem Blog oder auf der Fanbeiratsseite des Vereins:

Wer darf wählen?

 

Wahlberechtigt sind alle Fans des SV Babelsberg 03, die mindestens 12 Jahre alt sind und sich am Wahltag ausweisen können (Personalausweis, Führerschein, Schülerausweis o.Ä.).

 

Wann und wo wird gewählt?

 

Am Sonntag, den 15. Mai 2016, könnt Ihr von 11.30 bis 12.30 Uhr im Fanladen (Karl-Gruhl-Str. 62) wählen, danach bis Spielbeginn (13.30 Uhr) und in der Halbzeitpause im Stadion (vor dem Fanshop) sowie danach noch einmal bis 16.00 Uhr im Fanladen.

 

Wie wird gewählt?

 

Der Fanbeirat wird in freier und geheimer Wahl gewählt: Die Wahl erfolgt durch persönliche Stimmabgabe am Wahltag (zur Möglichkeit der Briefwahl s.u.). Jede/Jeder Wahlberechtigte muss sich mit Personalausweis, Führerschein oder Schülerausweis ausweisen. Name und Geburtsdatum werden notiert, damit jede/jeder nur einmal die Stimmen abgeben kann; nach dem Ende der Wahl werden diese Daten sofort vernichtet.

Da sich genau 7 Kandidat*innen für 7 Fanbeiratssitze bewerben, wird es dieses Jahr eine Blockwahl geben. Ihr könnt mit Ja oder mit Nein stimmen. Ja bedeutet im Grunde, dass der derzeitige Fanbeirat seine Arbeit fortführen kann, denn 6 von 7 Kandidat*innen gehören ihm an. Wenn Ihr das wollt, stimmt mit Ja, wenn Ihr das nicht wollt, stimmt mit Nein.

Bei einer Mehrheit von Ja-Stimmen sind alle 7 Kandidat*innen gewählt. Bei einer Mehrheit von Nein-Stimmen ist niemand gewählt und es wird Anfang der kommenden Saison eine neue Wahl geben. Bis dahin bleibt der derzeitige Fanbeirat im Amt.

Die Stimmzettel werden in einer Urne gesammelt und ab 16 Uhr im Fanladen öffentlich ausgezählt.

 

Ungültig ist der Wahlzettel:

– wenn weder Ja noch Nein angekreuzt worden ist;

– wenn jemand auf den Wahlzettel seinen Namen oder seine Unterschrift geschrieben hat.

 

Briefwahl

 

Wer am Wahltag nicht am Stadion oder am Fanladen sein kann, sich aber unbedingt an der Wahl beteiligen will, kann dies auch per Briefwahl machen (aber bitte nur als Ausnahme begreifen, weil das viel Arbeit macht). Die Briefwahl geht so:

Ihr könnt Euch den Wahlschein (mit Liste der Kandidat*innen) von der Seite des Fanbeirats auf der Vereinshomepage – herunterladen und ausdrucken.

Den ausgefüllten Wahlschein steckt Ihr in einen Umschlag (ohne Beschriftung!). Diesen Umschlag steckt Ihr zusammen mit einer Kopie Eures Personalausweises, Führerscheins oder Schülerausweises in einen zweiten Umschlag, den Ihr an die Wahlkommission schickt:

SV Babelsberg 03

Wahlkommission Fanbeirat

Karl-Liebknecht-Str. 90

14482 Potsdam

Nur die Briefwahlstimmen, die bis zum Wahltag eingegangen sind, werden mitgezählt.

 

Fanbeiratswahlen 2016

Die Wahl zum neuen Fanbeirat findet am 15. Mai 2016 beim Heimspiel gegen den FC Schönberg 95 statt. Gewählt werden kann im Fanladen (ab 11.30 Uhr) und im Stadion (ab 12.30 Uhr) sowie per Briefwahl (Details auf der Internetseite des Fanbeirats und auf der Homepage des Vereins).

Die Kandidat*innen

Jeetze (»Filmstadt Inferno 99«)

01 jeetze porträt klein_SW

Ich heiße Christian Jeetze und möchte mich als Vertreter des »Filmstadt Infernos 99« wieder in den neuen Fanbeirat wählen lassen. Der Fanbeirat ist für mich ein äußerst wichtiges Kommunikationsorgan zwischen Fanszene und Vereinsoffiziellen. Ich bin 30 Jahre alt und gehe seit knapp 17 Jahren zu 03, wo ich von Anfang an bis heute und auch in Zukunft meinen »Platz« in der Nordkurve habe.

 

Lutz (»Los Consortos Babelsberg«)

02 Lutz

Ich bin 43 Jahre alt, Mitglied der Fangruppe »Los Consortos« und seit Kindheitstagen Anhänger unseres Vereins. Als Mitglied des jetzigen Fanbeirates kann ich für die nun ablaufende Wahlperiode auf eine durchweg positive und respektvolle Arbeit innerhalb dieses Gremiums zurückblicken. Sicher waren nicht die ganz großen Krisen und Probleme zu bewältigen, trotzdem wurden einige wichtige Dinge angestoßen. Ich denke hier insbesondere an die Unterstützung der U18-Fahrten oder auch an die Spende des Fanfonds für Hassan. Meine Aufgabe im Fanbeirat war hauptsächlich die Herstellung und Pflege des Kontaktes zum Vorstand. Gern würde ich mich hier weiterhin einbringen und stelle mich daher erneut zur Wahl.

 

Max (»Welkáwes«)

05 Max Albrecht

Ich bin Max Albrecht (32) und gehöre der Gruppe »Welkáwes« an, die hauptsächlich aus Berliner*innen besteht und in der Nordkurve zu Hause ist. Fußballbegeistert seit jüngster Kindheit gehöre ich zur jenen Fans, die bei anderen Vereinen groß geworden sind, sich dort aber nicht mehr wohlfühlen konnten und im Karli eine neue Heimat gefunden haben. Im letzten Jahr konnte ich die Arbeit im und mit dem Fanbeirat kennenlernen und würde diese auch gern weiterführen. Mein Fokus liegt nach wie vor darauf, interessierte Menschen an Nulldrei und seine Teams heranzuführen und mich für die Belange/Anliegen der Fanszene einzusetzen. Dazu ist ein kritisch-konstruktiver Dialog mit dem Verein nötig.

 

Max (»03nuller*innen«)

06 Max Hennig

Ich, Max Hennig, bin 21 Jahre alt und Teil der »03nuller*innen« aus Berlin. Finden könnt ihr uns und auch mich seit mehreren Jahren in der Nordkurve Babelsberg. Dort genießen wir gemeinsam die ganz besondere Atmosphäre im Karli. Nachdem ich letztes Jahr erstmalig in den Fanbeirat gewählt wurde, möchte ich diese Tätigkeit gern fortsetzen. Da der aktuelle Fanbeirat ausschließlich aus Neulingen bestand, dauerte unsere Eingewöhnungsphase leider etwas länger. Gleichwohl zeigten wir Präsenz bei den Sicherheitsbesprechungen und konnten nicht zuletzt Hassan finanziell unterstützen und in Zusammenarbeit mit dem Fanprojekt Babelsberg eine U18-Fahrt nach Jena gestalten. Um die durch und durch konstruktive Zusammenarbeit im Fanbeirat zu erhalten bitte ich euch um eure Stimmen für mich und meine aktuellen Mitstreiter*innen.

 

Roman (»Filmstadt Inferno 99«)

05 Roman

Ich bin 30 Jahre alt und gehöre dem »Filmstadt Inferno 99« an. Mit meiner neuerlichen Bewerbung für ein Mandat im Fanbeirat nach einem Jahr Pause verbinde ich die Hoffnung, der kontinuierlichen und guten Arbeit der letzten Jahre neuen Schwung verleihen zu können. Dabei liegt mir viel daran, dass sich der Fanbeirat weiterhin dafür einsetzt, dass die vielfältige und pfiffige Fankultur von Nulldrei erhalten bleibt und nicht von außen reglementiert wird – dafür gibt es immer viel zu tun. Warum dieses Potenzial an Kreativität nicht auch für die Suche nach etwas anderen Wegen zur Konsolidierung des Vereins genutzt wird, ist sicher nicht nur mir schleierhaft. Der Fanbeirat kann hier eine sinnvolle Kommunikationsschnittstelle sein.

 

Sophia-Marie

06 Sophia

Ich bin Sophia-Marie und mittlerweile 28 Jahre alt. Mein Herz hängt nach wie vor an unserem Sportverein und ich stehe immer noch mit Leidenschaft in der Nordkurve und unterstütze unsere Equipe so gut es geht. Ich möchte eure Fragen, Kritik und Interessen eine weitere Saison lang gegenüber dem Verein vertreten, insbesondere die der sich als weiblich definierenden Fans und Freunde des SV Babelsberg 03. Wir sehen uns in der Kurve. In diesem Sinne: »Allez les bleus!«

 

Yvonne

08 Yvonne

Mein Name ist Yvonne, ich bin 25 Jahre alt und bin immer noch in der Nordkurve anzutreffen. In der vergangenen sehr ruhigen Saison hatte der Fanbeirat die Chance, sich in der neuen Besetzung zusammenzufinden. Sicherlich ist auch so manches auf der Strecke geblieben. Um jedoch die angestoßene Arbeit weiterzuführen, möchte ich mich erneut für den Fanbeirat bewerben. Ich finde es wichtig, weiterhin die Interessen aller Fans zu berücksichtigen und zwischen Fans und Verein zu vermitteln. Vielen Dank für eure Unterstützung.

Protokoll zur Sitzung vom 04.05.2016

Anwesend: Max H., Jeetze, Yvonne, Lutz
Abwesend: Max A., Sophia-Marie
Gast: Archibald Horlitz

Tagesordnung:
1. Aktuelle finanzielle Situation
2. Beitragserhöhung & Sonderumlage
3. Terminierung der Heimspiele
4. Sonstiges

1.) Finanziell wichtigste Errungenschaft des jetzigen Vorstandes ist die Regelung mit der Stadt Potsdam bezüglich der Stadionbewirtschaftung. Dadurch konnte der Verein jährlich um ca. 200.000€ entlastet werden. Des Weiteren halten sich im aktuellem Geschäftsjahr Ausgaben und Einnahmen die Waage. Es steht also die viel zitierte „schwarze Null.
Jedoch bleiben nichtsdestotrotz drei große Baustellen aus der Vergangenheit die den Verein finanziell nachhaltig belasten. Den größten Posten bilden dabei die Schulden bei der DKB, die sich zum jetzigen Zeitpunkt noch auf ca. 1,75 Millionen Euro belaufen. Hier will der Verein eine Lösung mit der Bank verhandlen, die auf den Erkenntnissen des weiter unten erwähnten Gutachtens basieren.
Ein weiterer Negativpunkt sind die gerichtlichen Auseinandersetzungen mit der Sportsman Group. Trotz des grundsätzlich positiven ersten Gerichtsurteils besteht auch hier die Gefahr, dass Kosten für unseren Verein fällig werden. Schlussendlich könnte auch die Auseinandersetzung mit der Radeberger Gruppe zu weiteren Kosten führen. Hier erhofft man sich jedoch einen positiven Ausgang.
Um die finanzielle Leistungsfähigkeit des Vereins zu bestätigen wurde im März auf Wunsch der Bank ein ausführliches unabhängiges Gutachten gefordert. Dies soll dazu genutzt werden um der Stadt und der Bank transparent und nachvollziehbar zu machen, dass der Verein nachhaltig wirtschaftet und inwieweit er finanzielle Forderungen aus Altlasten stemmen kann. Alle wesentlichen Erkenntnisse aus dem Gutachten werden auf der anstehenden Mitgliederversammlung vorgestellt.

2.) Leider halten sich große Sponsoren weiterhin mit Investitionen in unseren Verein zurück. Einer von vielen Gründen könnte die oft erwähnte Nähe zu Berlin sein, da die Hauptstadt einige erfolgreiche Vereine in den verschiedensten Sportarten bietet.
Nichtdestotrotz wollen wir in Babelsberg unser vielfältiges Programm für Jede_n aufrechterhalten. Ob es Welcome United, das Frauenteam, die riesige Nachwuchsabteilung samt Internat oder die vielen neuen Abteilungen wie Volleyball oder das Rollerderby ist, all das verursacht Kosten. Wenn wir weiterhin dieses Babelsberg auch für Menschen in prekären Lebenssituationen erhalten wollen, müssen die dafür entstehenden Kosten von allen Mitgliedern gemeinschaftlich getragen werden. Zudem sind trotz steigender Nebenkosten die Mitgliedsbeiträge seit 13 Jahren unverändert gleich geblieben. All das führt dazu, dass nun eine leichte Anhebung der Beiträge vorgeschlagen ist.
Die Sonderumlage wird benötigt um die Sanierung des Vereins weiter voran zu treiben. Da wir als Fanbeirat eine feste Umlage kritisch sehen und Spenden auf freiwilliger Basis bevorzugen, werden wir bis zur Mitgliederversammlung einen Alternativvorschlag erarbeiten und diesen zur Abstimmung stellen.

3.) Da uns einige kritische Anmerkungen zur Terminierung der Heimspiele erreichten, gaben wir diese Bedenken an Archibald weiter. Wir finden es wichtig eine gesunde Mischung zwischen Flutlicht Spielen am Freitag und dem restlichen Wochenende zu finden um auch die Interessen der arbeitenden sowie auswärtigen Nulldrei-Fans zu berücksichtigen.

4.) Die Besetzung des Aufsichtsrats wird sich größtenteils aus den derzeitigen Mitgliedern ergeben. Nur bei vereinzelten Personen war zum Zeitpunkt unseres Gesprächs eine erneuerte Kandidatur noch ungewiss. Der Vorstand soll nach Abschluss der oben erwähnten Verhandlungen wieder auf fünf Mitglieder aufgestockt werden. Des Weiteren kündigte Archibald an das Projekt Ausgliederung der ersten Mannschaft zeitnah gemeinsam mit Fans und Mitgliedern zu erörtern.

i.A. Max H.