Bericht zur U18-Fahrt zum Auswärtsspiel in Jena

Zum Spiel in Jena veranstalteten das Fanprojekt Babelsberg und der Fanbeirat Babelsberg eine gemeinsame U18-Fahrt, an der auch das „Neue Zuhause“teilnahm, ein Wohnprojekt in Babelsberg, in dem momentan neun geflüchtete Jugendliche wohnen. Dank großem Interesse kam die U18-Fahrt so auf eine Größe von 20 Personen.

Neben dem Regionalliga-Spiel am Freitag wurde von einem Teil der Gruppe am Samstag auch die KZ-Gedenkstätte Buchenwald besucht.

Einer der Teilnehmer hat einen Bericht dazu geschrieben:
Am Freitag haben wir uns alle erstmal um 12.30 Uhr am Fanladen getroffen und uns auch mit den anderen Jungs, die mitfahren wollten bekannt gemacht. Sie kamen alle aus der WG Neues Zuhause, in der momentan ausschließlich geflüchtete Jugendliche wohnen, und hatten ihre zwei Betreuenden Lisa und Raphael dabei. Nachdem wir uns etwas beschnuppert hatten begann der ernste Teil; die Auto Aufteilung. Das Problem war das jeder der Geflüchteten irgendwie gerne mit einem anderen fahren wollte und sie sich nicht einigen konnten. Als das nach etwa gefühlt und grob geschätzt 20 Minuten endlich erledigt war ging es los. Wir hatten einen 9er T5, einen Kangoo und irgendetwas anderes. Die Fahrt nach Jena verging mit enormer Vielfalt wie zum Beispiel einem Picknick an der Autobahn Raststätte und ganz viel arabischer Pop Music. In Jena Paradies angekommen so gegen 17.00 Uhr hatten wir noch etwas Zeit bis zum Anpfiff. Nach dem Anpfiff aber sollte eine der langweiligsten ersten Hälften meines Lebens auf mich zu kommen, doch in der Halbzeitpause wendete sich das Blatt. Ich hab die lustigste Getränkeverkäuferin der gesamten Liga kennen gelernt und habe eine köstliche Thüringer Bratwurst gegessen. Die zweite Hälfte sollte weitaus mehr als Langeweile übrig haben. Schnell nach dem ersten Tor um die 60. Minute fiel auch das zweite Tor für unsere 11 und die Kurve bebte wie lange auswärts nicht mehr. Nach Abpfiff war unser Plan in der Jenaer Innenstadt eine Pizza zu essen, ich persönlich dachte an eine schnelle Imbiss Pizza aber ich sollte weit gefehlt haben. Vor mir erstreckte sich ein pompöser Nobel Bau, der nicht hätte edler sein können. Als wir alle unsere wohlgemerkt reservierten Plätze eingenommen hatten brauchte der Kellner verdächtig lange bis er zum bestellen kam, also nutzte ich die Zeit mit meinen Kumpels um etwas die Innenstadt zu erkunden. Zurück im Restaurant kam der Kellner auch schon schnell und das Essen danach noch schneller, es schmeckte vermutlich allen vorzüglich, aber leider fehlte noch Bastian der eine anderen Reisegruppe zum Bahnhof brachte und schließlich auch noch für die Schlagzeile des Tages sorgte. Einige unserer 03er wollten im Fahrstuhl eine Disco steigen lassen und der Fahrstuhl war stecken geblieben. Die Feuerwehr kam und die Herren von der Ordnung hielten ihren Zug auf. Also alles noch mal gut gegangen. Als dann auch Bastian da war und er seine Pizza hatte, ging es los in die Herberge, die mitten in der Platte aber auch irgendwie voll in der Einfamilienhäuser Siedlung lag. Na ja wie dem auch sei die Meisten haben vermutlich schnell geschlafen und ich nutzte abends noch einmal die Chance den schönen Spielplatz zu besichtigen bis auch wir dann vor Erschöpfung in die Koje fielen. Am nächsten Morgen standen alle gegen 8 auf und aßen das klassische Jugendherberge Frühstück. Danach hatten wir noch etwas Zeit zu gammeln oder ähnliches. Um 9.15 Uhr trafen wir uns im super ausgestatteten ,, KLUBRAUM“ – der bis auf ein paar Stühle und einen nicht funktionierenden Kasten samt TV Gerät nicht mehr her gab – um die Formalitäten für unsern Besuch der KZ-Gedenkstätte zu besprechen. Dieser Besuch sollte ohne die Geflüchteten stattfinden aus – Gründen die sich vermutlich jeder denken kann. Sie wollten in der Zeit in Jena verbleiben und Fußball spielen oder was auch immer. Unsere 9 köpfige Gruppe aus 5 Jugendlichen und 4 Betreuern fuhr also los in die Gedenkstätte Buchenwald/Weimar. Hier hatten wir eine äußerst interessante Führung und an der Stelle möchte ich auch Lennart noch mal fragen „geht’s dir gut?“ (Insider) Als die Führung vorbei war, bei der wir viel zu Gesicht bekommen hatten wie das Krematorium und die Lager für politische Verbrecher, konnten wir uns zwischen der Ausstellung oder einem 30 minütigen Infofilm entscheiden. Als alle ihren Besuch beendet hatten trafen wir uns an einer Parkbank und chillexten dort noch ein Weilchen. Anschließend gingen wir zum Auto und fuhren zu einem nahe gelegenen Parkplatz mit einem Denkmal wo wir picknickten und sich jeder auf seine Art vergnügte. Der Eine mit einem skurril kreierten Brötchen, der andere mit skurril kreierten Spießen. Dann fuhren wir los zurück zum Stadion, wo wir alle zusammen noch ein Gruppenfoto machen wollten. Dann ging es an die Rückfahrt und das alte Problem tauchte wieder auf. Ein Teil der Gruppe konnte sich leider auch diesmal erst nach 15 min dazu entscheiden in welchem Auto nun gefahren wird. Meine Fahrt verlief ohne eine Pause und ich merkte, dass man zu arabischer Musik gut schlafen kann, was ich dann auch tat. Als ich aufwachte waren wir in der Nähe von Beelitz und ab diesem Moment hörten wir Jason Derulo in Endlosschleife und als wir im Nudeltop ankamen war mir klar

,,ich hasse Jason Derulo“.

Ich gönnte mir im Fanladen noch ein kühles Getränk, verabschiedete mich von allen und fuhr nach Hause.
Es war eine im höchsten Maße schöne, lustige und unterhaltsame U18 Fahrt und ich würde es auf jeden Fall noch mal machen. Danke an unsere Betreuer Jeetze, Max, Bastian, Flo, Raphael und Lisa, die uns das Wochenende so komfortabel und abwechslungsreich gestaltet haben.

 

 

Alle Teilnehmer sind daran interessiert, sich weiter mit den Hintergründen nationalsozialistischer Ideologie, Ausgrenzung und Unterdrückung auseinanderzusetzen.

Daher laden wir euch ein gemeinsam mit uns am Montag den 23. Mai um 20:30 im Fanladen die Dokumentation „Buchenwald – Heldenmythos und Lagerwirklichkeit” zu schauen und diskutieren.

Die zum 70. Jahrestag der Befreiung des Lagers erschienene Doku thematisiert die Lebenssituation der Häftlinge, kommunistische Selbstorganisation und Widerstand, die Dilemmata der kommunistischen Kapos und die Gedenkpolitik der DDR.

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