Offener Brief zum Auswärtsspiel in Luckenwalde

Offener Brief des Fanbeirats

Am kommenden Sonntag, den 14. Mai 2017 tritt der SV Babelsberg sein vorletztes Punktspiel der Saison 2016/2017 beim FSV Luckenwalde im Werner- Seelenbinder Stadion an. Als Interessenvertretung der Fans des SV Babelsberg 03, muss der Fanbeirat feststellen, dass aus der Schande von Luckenwalde augenscheinlich nicht viel gelernt bzw wenig Verantwortung übernommen wird.Vor einem Jahr, als die beiden Teams im Finale des Landespokals aufeinander trafen, kam es nach Abpfiff des Spiel zu einem übermäßigen, unverhältnismäßigen und in keinster Weise zu entschuldigenden Polizeieinsatz. Die Folge waren Bewusstlose, über 100 zum Teil schwer und leichtverletzte Fans des SV Babelsberg 03, die eigentlich nur mit ihrem Team das gewonnene Finale feiern wollten.

Damals lag die Planung und Verantwortung für den Gästeblock beim SV Babelsberg 03. Für das kommende Punktspiel wird die Verantwortung beim gastgebenden Verein, dem FSV Luckenwalde liegen. Die aktuelle Planung und Durchführung des Spieltages zeigt das fehlende Verantwortungsbewusstsein ganz klar. Die Herangehensweise des FSV Luckenwalde ist derart unsensibel und wird vom Fanbeirat aufs Deutlichste kritisiert. Seitens des FSV Luckenwalde gab es bis zum heutigen Zeitpunkt noch keine Stellungsnahme zu den Vorkommnissen im Mai letzten Jahres.

Es gab bei den im Vorfeld stattfindenden Sicherheitsbesprechungen zum sonntäglichen Spiel keine Einbeziehung unseres Fanprojekts oder Fanbeirats. In den letzten Jahren ist es bisher immer gängige Praxis gewesen, dass Fanprojekt auch zu Sicherheitsbesprechungen bei Auswärtsspielen mit einzuladen und die Perspektive anzuhören, nicht so geschehen in Luckenwalde.

Wie wir nun dem Besprechungsprotokoll entnehmen müssen, wird an dem Spieltag eine übertriebene und rigide Sicherheitspolitik umgesetzt, welche eine eventuelle Retraumatisierung von Fans billigend in Kauf nimmt. Nicht nur, dass die Einlasssituation von Kräften der brandenburgischen Polizei unterstützt wird. Was bedeutet, dass die Fans bereits am Einlass mit der Situation konfrontiert werden, eventuell den Polizeikräften zu begegnen, welche ihnen massiv gewalttätig gegenüber getreten sind. Hinzu kommt, dass der herangezogene Ordnungsdienst von der Firma OSD gestellt wird. Jene Firma die auch in Cottbus den Sicherheitsdienst stellt und Vermutungen zulassen, dass auch “Fans” der aktiven Szene dort angestellt sind. In Anbetracht der vergangenen Erlebnisse beim Heimspiel des SV Babelsberg 03 gegen den FC Energie Cottbus, eine weitere fatale Entscheidung. Die Nulldrei Fans sind der weiteren Bedrohung ausgesetzt in den Reihen des Ordnungsdienst Personen anzutreffen, welche beim Heimspiel antisemitisch, rassistisch und gewaltbereit aufgetreten sind.

Dies sind nur wenige Punkte, die für uns den Eindruck entstehen lassen, dass die Sicherheitspolitik nicht deeskalierend sein will, sondern eher zu einer Eskalation beiträgt. Es ist unerklärlich warum nicht zu einer lückenlosen Aufarbeitung der Schande von Luckenwalde beigetragen wird, sondern stattdessen eine Retraumatisierung so leichtfertig hingenommen wird. Es wird für einige Fans ohnehin schwierig sein an den Ort zu kommen, an denen sie derartige Gewalterfahrungen machen mussten. Die bisherigen Sicherheitsanordnungen sind abgestumpft und tragen nicht zur Bewältigung der Ängste bei.

Wir fordern den FSV Luckenwalde dazu auf, das Sicherheitskonzept zu überdenken und schnellstmöglich zu handeln. Es gibt kein Anlass dafür eine Bedrohungskulisse aufzubauen oder ein Gefahrenpotenziel herauf zu beschwören. Es soll für alle Nulldrei Fans ein Angstfreies Spiel und Spieltagserlebnis werden.

Der Fanbeirat

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