Gegenposition und Stellungnahme zum offenen Brief des Vorstandes des SV Babelsberg 03

Mit Erstaunen nimmt der Fanbeirat den Vorstoß eines offenen Briefes des Vorstandes zur Kenntnis. Dieser Text wurde vorgestern Abend zuerst intern per Mail ausgetauscht und es gab noch keine Gelegenheit von uns direkt darauf zu antworten.  Mit diesem Brief unterstellt der Vorstand der Fanszene aus der Nordkurve sich nicht der Aufgabe der Aufarbeitung und der Konsequenzen aus den Ereignissen nach dem Pokalspiel ernsthaft zu stellen. Diese Unterstellung weisen wir entschieden zurück.

Beim Runden Tisch am Donnerstag  (31.05.) ist es erstmals gelungen einen Querschnitt (fast) aller relevanten Gruppen, den Fanbeirat, das Fanprojekt, den Vorstand und weitere Vertreter des Vereins an einen Tisch zu bringen. Das stellt ein Novum in der jüngeren Vergangenheit der Fanszene dar und zeigt sehr wohl, dass ein großes Interesse besteht, die  Vorfälle sauber aufzuarbeiten und eine Lösung zu finden. Dies wurde bei der Veranstaltung deutlich betont. Ebenso war man sich darüber einig einen Verhaltenskodex zu entwerfen, der auf Dauer Bestand haben soll.

Nicht in allen Punkten herrschte Einigkeit bei dieser Runde, aber man war sich größtenteils einig, dass das Werfen von Pyrotechnik auf Menschen und in Richtung der Gästekurve zu verurteilen ist. 

Der Fanbeirat verurteilt darüber hinaus das Werfen von Pyrotechnik auf den Platz nach dem Spiel und verächtliche Angriffe auf Menschen im Heimbereich während des Spiels. Dieses Verhalten einiger Weniger am Pokalfinaltag bedauert der Fanbeirat sehr und betont, dass das nicht im Sinne der Nordkurve, der Fans im allgemeinen, der Mannschaft, des Trainers und dem Verein war. Weiterhin steht außer Frage, dass überall im Stadion die Werte des Vereins gelebt werden müssen.

Es wurde seitens der Fanszene und des Fanbeirates beim Runden Tisch die nächstfolgende Maßnahme angekündigt, dass man sich am 07.06. zu einem Nordkurvenplenum trifft um u.a. den genannten Kodex zu diskutieren und die Vorfälle des Spiels auszuwerten. Das Treffen fand bereits statt und erwies sich als sehr fruchtbar und ergebnisorientiert. Weitere kurzfristige Treffen wurden vereinbart. Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass dieses Treffen für den 13.06. geplant war und auf Wunsch des Vorstandes um eine Woche nach vorne gelegt wurde, um schneller an Ergebnisse zu gelangen.

Weiterhin muss erwähnt werden, dass die Nordkurve keinesfalls homogen ist und es nicht nur Interessen und Meinungen verschiedener Gruppen, sondern auch von Einzelpersonen gibt. Der Fanbeirat ist daher der Meinung, dass sich möglichst viele Leute, die sich zum Kollektiv Nordkurve zählen, dazu äußern sollten, bevor es eine endgültige Stellungnahme gibt, die allen Fans, nicht nur aus der Nordkurve, gerecht wird. Dass dieser Prozess nicht binnen weniger Tage abgeschlossen ist, sollte jedoch jedem klar sein. Dennoch sind wir bemüht, schnellstmöglich diesen Prozess abzuschließen. Anschuldigungen, den Prozess absichtlich zu entschleunigen weisen wir zurück, da uns eine differenzierte Betrachtung wichtiger ist, als eine vorschnelle, unüberlegte Stellungnahme.

Die anwesenden Fans und Fangremien waren sich im Nachgang des Runden Tisches einig, dass die Verfahrensweise zur einer gemeinsamen Stellungnahme mit dem Verein wie folgt umgesetzt werden sollte. Der Fanbeirat sendet den gemeinsamen Textvorschlag der organisierten Fangruppen an den Verein bzw. Vorstand, was am 05.06. geschah. Dieser kommentiert und ergänzt mit eigenen Punkten bzw. Forderungen, bis man eine gemeinsame Linie gefunden hat. Die vom Vorstand geschriebene Antwort widerspricht allerdings dieser Abmachung. Dieses Vorgehen seitens des Vorstandes konterkariert die bisherigen Anstrengungen und Bemühungen bzgl. der Aufarbeitung der organisierten Fangruppen. Für den Vorstand kritische Passagen im Text hätten durchaus kommentiert und mit anderen Vorschlägen versehen werden können. Stattdessen wurde auf das Mittel des offenen Briefes zurückgegriffen, was wir in der aktuellen Situation als kritisch ansehen, da es ein öffentliches Bild der Desinteresse von der Fanszene suggeriert und den Verein und seine Fans unnötig in ein schlechtes Licht rückt.

Wir fordern daher den Vorstand auf, sich an die getroffenen Absprachen vom Runden Tisch zu halten und von der Methode der offenen Briefe Abstand zu nehmen. Eine weiterführende direkte Kommunikation aller Parteien wäre hier aus unserer Sicht der durchaus bessere Weg gewesen. Wir wünschen uns, dass der Vorstand bei solchen Themen zukünftig den direkten Weg zu uns sucht.

Der Vollständigkeit halber hier zusammenfassend die bisherigen öffentlichen Statements zu den Ereignissen des Pokalfinales.

“Die Geschehnisse um das Landespokalfinale schlagen große Wellen in der Öffentlichkeit. Wir sehen Pyrotechnik als probates Mittel an, um Choreografien stimmungstechnisch zu untermalen, wenn diese verantwortungsbewusst eingesetzt wird. Was gar nicht geht, ist, dass Pyrotechnik auf den Platz gelangt und auf Menschen geschossen oder geworfen wird und damit vorsätzlich Verletzungen in Kauf genommen werden. Dieses Vorgehen lehnen wir deutlich ab.

Wie und warum es dazu kam, muss innerhalb der Fanszene schnellstmöglich, aber auch sorgfältig aufgearbeitet werden. Eine detaillierte und klar wertende Stellungnahme wird daher ein wenig Zeit in Anspruch nehmen. Wir werden uns dazu nach einem kurzfristigen internen Treffen in den nächsten Tagen oder Wochen genauer äußern.”

(u.a. 1:1 im Inforadio vom RBB verlesen, Veröffentlicht auf https://fanbeiratbabelsberg.wordpress.com/ , 24.05.2018, Fanbeirat)

Vergangenen Donnerstag [31.05.] setzten sich Vertreter des Vereins, eine Delegation aller relevanten Fangruppen, Vertreter des Fanbeirates und das Fanprojekt an einen Runden Tisch, um erste Schritte in der gemeinsamen Aufarbeitung der Geschehnisse rund um das Landespokalfinale 2018 zu unternehmen.

Es bedurfte keiner Diskussion unter den Beteiligten, dass das Angreifen von Personen und Personengruppen mit Pyrotechnik oder auch nur die billigende Inkaufnahme von Personenschäden durch das unachtsame Werfen von Böllern eindeutig zu verurteilen sind. Innerhalb der Fanszene findet diesbezüglich ein Aufarbeitungsprozess statt. In diesem Rahmen befindet sich die Fanszene am Beginn eines Austausches, dessen Ziel ein bindender Verhaltenskodex für die Zukunft ist. Die Vertreter des Vereins und der Fanszene waren sich außerdem darüber einig, dass dieses Gespräch erst der Anfang eines Prozesses der Aufarbeitung sein kann.

(veröffentlicht auf https://fanbeiratbabelsberg.wordpress.com/, 06.06.2018, organisierte Fangruppen mit Unterstützung durch den Fanbeirat)

Fanbeirat von Babelsberg 03, 08.06.2018

 

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