Antwortschreiben der Stiftung SPI

Als Antwort auf unseren offenen Brief bezüglich der Personalpolitik im Fanprojekt Babelsberg hat der Fanbeirat nun ein Schreiben von der Stiftung SPI erhalten. In diesem bezieht der Geschäftsbereichsleiter Stefan Zaborowski Stellung zu der von uns geäußerten Kritik. Die komplette Antwort könnt ihr hier nachlesen. Auf drei Punkte möchten wir jedoch genauer eingehen

„In der Zuwendungslogik sind Arbeitsverträge immer zeitlich oder projektbezogen befristet.“ 

Allerdings besteht das Fanprojekt bereits seit dem Jahr 2001 und ein Ende ist nicht absehbar. Auch haben die meisten anderen Fanprojekte in Deutschland, die denselben Voraussetzungen unterliegen, durchaus festangestellte Mitarbeiter. Warum sind nicht wenigstens projektbefristete Verträge im Fanprojekt Babelsberg an der Tagesordnung? Auch die nun neu zu besetzende Stelle enthält eine Befristung bis zum 30.05.2018.

„Unsere langjährige Projektleiterin Tine Stern wurde aufgrund von Elternzeit befristet bis Ende April von Herrn Schlinck vertreten.“


An der Wahrheit dieser Aussage haben wir erhebliche Zweifel, weil sich die Stellenausschreibungen der SPI anders lesen. Da Bastian Schlinck im Juli 2015 begann im Fanprojekt zu arbeiten, wird das seine Ausschreibung gewesen sein:
Sozialpädagoge/Sozialarbeiter (aus paritätischen Gründen männlich)
zum 01.07.2015 für das Fanprojekt Babelsberg in Potsdam gesucht.

Die Stelle ist vorerst befristet bis zum 30.06.2016
Der Stellenumfang beträgt zunächst 25 Stunden/Woche.

Die tatsächliche Elternzeitvertretung Florian Franke hatte folgende Stellenausschreibung:

Dipl. Sozialarbeiterin/Dipl. Sozialpädagogin (aus paritätischen Gründen weiblich besetzt)
zum 01.03.2016 für das Fanprojekt Babelsberg in Potsdam gesucht. Die Stelle ist eine Elternzeitvertretung und vorerst befristet bis zum 31.03.2017.

Sehr geehrte Herr Zaborowski warum brauchte das Fanprojekt Babelsberg zwei Elternzeitvertretungen? Oder war es nicht tatsächlich so, dass Bastian Schlinck lediglich die Funktion der Projektleitung und nicht die Person Tine Stern an sich vertrat? Und wenn Ihnen diese Situation angeblich schon so lange bekannt war, warum schreiben Sie die offene Stelle erst jetzt zum 01.06.2017 aus?

„Die von Ihnen angesprochenen kommenden Spiele {BFC und Cottbus} werden durch das Fanprojekt selbstverständlich sozialpädagogisch betreut.“

Doch wie leistungsfähig kann diese Betreuung sein? Bereits getroffene Absprachen bezüglich der Risikospiele zwischen Bastian Schlinck, dem Verein und der Fanszene mussten kurzfristig neu abgeklärt werden. Darüber hinaus ist das für Fanarbeit notwendige Vertrauen „nicht nur von der jeweiligen Person abhängig, es ist im besonderen Maße auch ein langsam wachsender Entwicklungsprozess. Dieser Prozess ist geprägt durch gegenseitige Erfahrungen, besonders in schwierigen Situationen.“ (Stellungnahme des SV Babelsberg 03) Fanprojektmitarbeiter*innen können nich wie Triebwagen einer Bahn beliebig ohne „Leistungsverlust“ ausgetauscht werden. Somit ist der Zeitpunkt für eine derart radikale personelle Umstrukturierung natürlich mehr als unglücklich.

Sehr geehrter Herr Zaborowski, wir sind es Leid uns weiterhin Märchen von Ihnen erzählen zu lassen! Ihre Darstellung, die die Nichtverlängerung des Vertrages von Herrn Schlinck alltäglich aussehen lassen soll, ist wie oben begründet unglaubwürdig und in unseren Augen unehrlich. Was wollen Sie uns und der Öffentlichkeit verheimlichen?
Unsere Forderungen bleiben derweil die selben. Wir wünschen uns für die Mitarbeiter*innen des Fanprojekts Babelsberg unbefristete Arbeitsverträge. Außerdem möchten wir Ihnen bei der Auswahl der Mitarbeiter*innen mit unserer Expertise helfend zur Seite stehen. Lassen Sie uns gemeinsam die Vorraussetzungen für gute und verlässliche sozialpädagogische Arbeit in Babelsberg erhalten.

Fanbeirat Babelsberg

„Fanbrief“ der Polizei Berlin zum Spiel beim BFC am 23.04.17.

Im folgenden werden wir den Fanbrief der Berliner Polizei zum nächsten Spiel beim BFC Dynamo am 23.04.17 dokumentieren. 

Sehr geehrte Fans und Freunde des SV Babelsberg 03,

am Sonntag, den 23. April 2017 werden Sie und Ihre Mannschaft im Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion anlässlich der Spielbegegnung gegen den BFC Dynamo zu Gast sein. Dazu heißt Sie die Polizei herzlich willkommen!

Um Ihre Sicherheit und ein friedliches Fußballfest zu gewährleisten werden wir mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern präsent sein und alle erforderlichen Maßnahmen treffen.

Ansprechpartner:

Wir pflegen bei uns in Berlin einen kooperativen und kommunikativen Umgang mit den Fußballvereinen und ihren Fans. Dies gilt für die Polizei und den Ordnungsdienst im und am Stadion gleichermaßen. Sollte es zu Problemen kommen, sprechen Sie uns, die Mitarbeiter des Ordnungsdienstes, Ihren Fanbeauftragten oder Mitarbeiter Ihres Fanprojektes einfach an. Wir stehen untereinander in Kontakt und sind bemüht, Missverständnisse zu klären, Konflikte zu vermeiden und zu lösen.

Anreise:

Um Rivalitäten der Fanszenen untereinander vorzubeugen und Auseinandersetzungen zu verhindern, wird bei dieser Spielbegegnung die Trennung der beiden Fanlager erforderlich. Daher ist die Anfahrt vom Alexanderplatz zum Stadion mit der U8 über die Bernauer Straße die für Sie bequemste und sicherste Anreiseroute ins Stadion. Vom U-Bahnhof Bernauer Straße aus können Sie dann die Straßenbahn (M10) bis zur Haltestelle Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark nutzen oder den Weg zu Fuß (ca. 1 km) zurücklegen.

Abreise:

Die für Sie sicherste Abreiseroute erfolgt analog der Anreise. Nutzen Sie daher die Straßenbahn (M10) bis zur Haltestelle Bernauer Str. oder legen Sie den Weg wahlweise zu Fuß (ca. 1 km) zurück. Dann fahren Sie mit der U8 in Richtung Alexanderplatz.

Von Fans, die im Anschluss an das Spiel, die Kultur- und Schankwirtschaft „Baiz“ an der Schönhauser Allee/ Wörther Straße aufsuchen wollen, ist der Weg über die Eberswalder Str. – Oderberger Str. – Schönhauser Allee – Wörther Str. zu nutzen, da aus Gründen der Fantrennung eine Abstrom über die Eberswalder Str./ Schönhauser Allee nicht möglich sein wird.

Aus Gründen der Sicherheit noch ein paar Worte:

Fans die bereits stark alkoholisiert am Stadion erscheinen kann der Zutritt zu diesem, durch den Sicherheitsdienst, verwehrt werden. Auch können übermäßiger Alkoholgenuss und dadurch bedingte Ausfallerscheinungen während des Spiels zum Spielausschluss führen.

Die Verwendung von Pyrotechnik bei öffentlichen Veranstaltungen ist rechtlich nicht zulässig. Politik, DFB und die DFL haben der Verwendung von Pyrotechnik in den Stadien wegen der erheblichen Verletzungsgefahren auch zukünftig eine klare Absage erteilt. Wir bitten Sie eindringlich, als verantwortungsbewusste Gäste im Stadion und im Stadtgebiet auf die Verwendung von Pyrotechnik zu verzichten. Nehmen Sie bitte unmittelbar Einfluss auf die Personen in Ihrer Nachbarschaft, die sich nicht an dieses Verbot halten. Helfen Sie so, die Gesundheit und das Leben von Anderen zu schützen. Das Zünden von Pyrotechnik wird von der Staatsanwaltschaft Berlin als gefährliche Körperverletzung, d. h. als Straftat mit der Strafandrohung einer Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu 10 Jahren, eingestuft.

Am Ende unserer Informationen bleibt uns nur noch zu wünschen, dass Sie und alle anderen Beteiligten einen schönen Freitagabend bei idealem Wetter genießen und ein spannendes und faires Fußballspiel erleben.

Ihre Berliner Polizei

Offener Brief an die Stiftung SPI zur Personalpolitik im Fanprojekt Babelsberg

Babelsberg, 12.04.2017

Sehr geehrte Damen und Herren der Stiftung SPI,

sehr geehrte Herren Zaborowski und von Essen,

der Fanbeirat Babelsberg hat in seiner Funktion als Interessenvertretung der Fans des SV Babelsberg 03 in der vergangenen Woche mit Erschrecken eine weitere folgenschwere Personalentscheidung Ihrerseits feststellen müssen, die wir auf diesem Weg in Form eines Offenen Briefes scharf kritisieren und hinterfragen möchten.

Sie sind als sozialer Träger nach der Abwicklung des Diakonischen Werks seit Juni 2014 für die Besetzung der sozialpädagogischen Stellen im Fanprojekt des SV Babelsberg 03 verantwortlich. Die 2,5 Stellen und Räumlichkeiten werden dabei durch den DFB, das Land Brandenburg und die Landeshauptstadt Potsdam finanziert. Die Verantwortungsbereiche für etwaige Personalentscheidungen liegen demzufolge zwar bei Ihnen, wirken sich jedoch auf verschiedene Ebenen aus – gegenüber der Fanszene und gegenüber der*n Zuwendungsgeber*innen. Folglich sehen wir es als unser Recht und auch als unsere Pflicht an, fragwürdige Entscheidungen aus Sicht der Fanszene zu beanstanden. Dass wir uns nun erstmalig seit der Übernahme an Sie wenden, ist auch ein Zeichen für eine bis dato funktionierende und kontinuierliche Fansozialarbeit durch Ihre Angestellten.

Sämtliche Mitarbeiter*innen des Fanprojekts, mit Ausnahme der Leitung, wurden über die Jahre hinweg mit befristeten Arbeitsverträgen hingehalten. Nun, da eine weitere Befristung aus arbeitsrechtlichen Gründen nicht mehr möglich war und unbefristete Verträge hätten ausgestellt werden müssen, entlassen Sie diese Mitarbeiter*innen mit auslaufenden Verträgen in die Arbeitslosigkeit. Mit dieser fragwürdigen Entscheidung setzen Sie jedoch nur die Spitze auf den vielzitierten Eisberg. Obwohl von Herbst 2015 an klar war, für welchen Zeitraum ein Ersatz für die in Elternzeit befindliche Leiterin Tine Stern benötigt wird, befristeten und verlängerten Sie den Vertrag von Bastian Schlinck (seit Juli 2015 tätig), der in dieser Zeit die Leitung übernahm, immer nur um wenige Monate, um ihn nun zum Ende April 2017 gänzlich auslaufen zu lassen. Auch die Nichtverlängerung des Vertrages der Elternzeitvertretung Florian Franke zu Ende März 2017 führte bereits zu starken Einschränkungen der Arbeit des Fanprojekts. Schon in der Übergangszeit zwischen Mitte März (Ende der Tätigkeit Florian Frankes aufgrund ausstehender Urlaubstage und Überstunden) und Mitte April (Wiedereinstieg Tine Sterns) konnten aufgrund der Unterbesetzung nicht alle Angebote des Fanprojekts (z.B. Betreuung der Auswärtsspiele, Offene Tage im Fanladen) umgesetzt werden. Bei den Heimspielen war eine Absicherung der Betreuung mitunter nur allein oder durch aushelfende Streetworker*innen möglich.

Das Mittel der befristeten Arbeitsverträge und die nun fehlenden Verlängerungen zeugen von wenig Wissen und Verständnis für die Besonderheiten der Jugendsozialarbeit insbesondere im Fußballfankontext. Durch Ihr ausschließlich unternehmerisch geprägtes sowie unsoziales Handeln gefährden Sie die über Jahre hinweg solide und verantwortungsbewusste Fansozialarbeit in Babelsberg essentiell. Gerade der sensible Arbeitsbereich Fußballfans erfordert unbedingt Kontinuität. Hier ist es wichtig, dass Ansprechpartner*innen für die jugendlichen und jungen erwachsenen Menschen konstant bleiben. Nur durch langfristige und regelmäßige Anwesenheit wird das immens wichtige Vertrauen zueinander aufgebaut. Oder um es mit Ihren eigenen Worten zu sagen, die der Geschäftsbereichsleiter Stefan Zaborowski zum 15-jährigen Jubiläum des Fanprojekts äußerte: „Fanarbeit bedarf vor allem kontinuierlicher Beziehungsarbeit.“ Warum wird diese Arbeit von Ihnen torpediert?

Genau dieses Vertrauen und die Wertschätzung sämtlicher Fangruppen genießen die nun von Ihnen fallen gelassenen Mitarbeiter*innen. Hier sind wahnsinnig wichtige Verbindungen und Arbeitsstrukturen entstanden, die nun nicht nur in Frage gestellt werden, sondern im schlimmsten Fall neu entstehen müssen. Das betrifft vor allem die in den letzten eineinhalb Jahren entstandenen Vertrauensbasen zur jungen Fanszene und neuen Kooperationspartner*innen. Eine professionelle Übergabe an die nun zurückkehrende Leiterin wird von Ihnen als Arbeitgeber*in durch die Personalentscheidungen massiv erschwert. Vor diesem Hintergrund ist die Nichtverlängerung des Vertrages ihres Mitarbeiters Bastian Schlinck völlig inakzeptabel und mit der genannten Zielsetzung in keiner Weise vereinbar. Dass diese Entscheidung erst wenige Wochen vor Ablauf der Befristung verkündet wird und Sie wiederholt einen verdienten Mitarbeiter extrem kurzfristig in die Arbeitslosigkeit schicken, zeugt von schlechtem Stil. Sind das die Werte und Einstellungen, die Sie Jugendlichen und anderem Klientel in ihren Projekten vermitteln wollen?

Mit Ihrer Entscheidung wird sehr gute Fanarbeit bestraft. Das daraus entstehende zeitliche Vakuum aus fehlender Übergabe und Unterbesetzung wird extrem negative Auswirkungen auf die Fanszene haben. So ist es äußerst fraglich, wie die kommenden Risikospiele auswärts beim BFC Dynamo und daheim gegen Energie Cottbus sozialpädagogisch betreut werden sollen. Insbesondere aufgrund der herausgehobenen Funktion der Sozialarbeiter als kommunikative Vermittler*innen zwischen Fans, Vereinen und Polizei betrachten wir dieses Szenario mit großer Sorge. Dieser Einschätzung werden sowohl Verbände, Vereine als auch Polizei zustimmen, da auch diese die Zusammenarbeit mit einem funktionierenden Fanprojekt in den letzten Jahren immer hervorhoben.

Wir fordern Sie auf, Ihre Entscheidungen zeitnah zu überdenken und zu revidieren. Wir wollen eine nachhaltige und überlegte Personalpolitik für das Fanprojekt Babelsberg. Ihre jetzige Verfahrensweise lässt den Ansatz Ihrer Arbeit zweifelhaft und unehrlich erscheinen.

Sie tragen die Verantwortung für feste und verlässliche Strukturen. Diese sind sicherzustellen und beinhalten die wirklichkeitsnahe Betreuung junger Menschen. Werden Sie sich dieser Verantwortung bewusst.

Bitte handeln Sie schnell und erhalten Sie die bisher gute Arbeit des Fanprojekts Babelsberg!

Fanbeirat Babelsberg

Offener Brief an PD Schiewe 23.03.2017

Sehr geehrter Herr Schiewe,

mit dieser E-Mail nehmen wir Bezug auf Ihr Gesprächsangebot, welches Sie uns im Rahmen der 15-Jahre-Feier des Fanprojekts im Dezember 2016 Feier unterbreiteten.
Wir möchten Ihnen mitteilen, dass wir uns entschieden haben, dieses Angebot nicht wahrzunehmen. Sofern wir Sie richtig verstanden haben, sollte es in dem Treffen inhaltlich um die Grundlagen ihrer polizeilichen und unserer ehrenamtlichen Arbeit gehen. Für diesen Austausch sehen wir momentan keinen Bedarf, da Sie uns die Grundlagen Ihrer Arbeit bereits bei der Sicherheitskonferenz in der Sommerpause 2016 erklärt haben. Wir haben diese verstanden, protokolliert und an die Fans weitergegeben. Allzu viel Grundsätzliches wird sich seitdem ja sicher nicht geändert haben. Die Grundlagen unserer Arbeit haben wir auf eben jener Feier dargelegt. Falls Sie dazu noch Fragen haben, zögern Sie nicht, uns im Rahmen eines der nächsten Sicherheitsgespräche anzusprechen.

Ein weiterer Grund für die Nichtteilnahme sind die immer noch nicht komplett öffentlich aufgearbeiteten Vorfälle vom Pokalfinale in Luckenwalde. Auch wenn wir es Ihnen hoch anrechnen, dass Sie als Einziger von Polizeiseite aus Stellung zu unserem Dossier nahmen – und das obwohl Sie beim Einsatz nicht einmal direkt beteiligt waren – haben wir einfach keine Lust mehr auf informelle Gespräche. Stattdessen fordern wir eine öffentliche Stellungnahme, gern auch in Form einer Pressemitteilung, die folgende offene Fragen klärt:

• Wir erwarten von der Polizei Brandenburg, dass endlich die Zahlen zu den verletzten Fans überprüft und korrigiert werden. Es muss endlich anerkannt werden, dass es eine sehr viel höhere Zahl an durch Reizgas verletzte Personen sowie einige schwerverletzte Fans gab. Die Öffentlichkeitsfahndung nach einem vermeintlich schwerverletzten Fan bestätigt diese indirekte Korrektur der Zahlen bereits. Hier fehlt aber eine explizite und öffentliche Entschuldigung für die Verbreitung falscher Zahlen und Korrektur derselben.

• Wir wollen endlich wissen, gegen wie viele Beamte genau und wegen welcher Straftatbestände ermittelt wird. In bilanzziehenden Presseerklärungen wird regelmäßig nach Fußballspielen veröffentlicht, gegen wie viele Personen auf Grundlage welcher vermeintlicher Straftaten vorgegangen wurde. Im Zusammenhang mit den Vorwürfen gegen Polizist*innen fehlen diese Angaben. Es ist deshalb völlig unklar, ob auch gegen jene Beamte ermittelt wird, die exzessiv und durch nichts gerechtfertigt Reizgas versprüht haben. Darüber hinaus ist nicht bekannt, ob die gewalttätigen Beamten, die so viele Fans verletzt und traumatisiert haben, weiterhin im Einsatz sind und eventuell auch bei Spielen des SV Babelsberg 03 eingesetzt werden. Das heißt, bei jedem Kontakt mit Bereitschaftspolizist*innen müssen die Fans davon ausgehen, dass sie erneut mit jenen Beamten konfrontiert sind, die sie in Luckenwalde verprügelt und mit Reizgas eingesprüht haben. Für eine echte Aufarbeitung sind Informationen zu den Tatbeständen, den daraus folgenden Ermittlungen sowie mögliche dienstrechtliche sowie strafrechtliche Konsequenzen für die Beamten unumgänglich.

An dieser Stelle möchten wir betonen, dass wir die Arbeit mit Ihnen als äußerst konstruktiv und produktiv empfinden. Außerdem haben sie Teile der Fragen bereits in persönlichen Gesprächen beantwortet. Wenn Sie also ein weiteres Treffen mit uns wünschen, müssen auch die oben genannten Punkte diskutiert werden und die Antworten darauf veröffentlicht werden. Bevorzugen würden wir aber weiterhin ein proaktives Handeln Ihrerseits und eine öffentliche Stellungnahme der Polizei Brandenburg zu den von uns aufgeworfenen Fragen.

Freundliche Grüße

Fanbeirat Babelsberg

Protokoll vom 15.02.2017

Anwesend: Sophia, Lutz, Max H., Max A., Yvonne, Jeetze, Roman

Tagesordnung
1. Mailadresse / Konto / Infoflyer
2. Gedenkstättenfahrt
3. Nachspiel Luckenwalde
a. Gesprächsangebot POM Karsten Schiewe
b. Interview mit Christian Lippold
c. Offenes Schreiben an Hans-Jürgen Scharfenberg
d. Veranstaltung zum Thema Traumatisierung
4. Sicherheitsgespräch Jena/Leipzig/Cottbus / RL-Sicherheitskonferenz
5. Fanladenplenum / Fanprojekt
6. Interviewanfrage TAZ
7. Überarbeitung Verbotsschild
8. Sonstiges / nächstes Treffen

zu 1.: Mailadresse / Konto / Flyer
Nachdem einige Mailanbieter aussortiert werden mussten, richtet sich der Fanbeirat nun einen neuen Mailaccount bei Systemli ein. Verantwortlich: Max A. (bis 26.02.)
Der Fanfonds wurde auf ein neues Konto bei der Norisbank transferiert. Für die Zeit, in der Yvonnenicht da ist, übernimmt Roman die Verwaltung des Fanfonds. Um wieder regelmäßig um Spenden werben zu können, soll es demnächst einen neuen Infoflyer für Fanbeirat und Fanfonds geben.
Verantwortlich für Gestaltung des Flyers: Max H. (Präsentation am 15.03.)
Verantwortlich für den Text: Jeetze (bis 05.03.)

zu 2.: Gedenkstättenfahrt am 05.03.2017
Der Fanbeirat veranstaltet zusammen mit dem Fanprojekt wieder eine Gedenkstättenfahrt nach Sachsenhausen. Die Teilnahme ist kostenfrei. Anmeldeschluss ist der 27.02. Zur Fahrt mit Führung vor Ort am 05.03. gibt es ein Vorbereitungstreffen am 02.03. im Fanladen mit dem Film „Die Fälscher“. Die Fahrt wird dann mit dem Bus gemacht. Dafür gibt es einen Treff am Lutherplatz in Babelsberg (10.45 Uhr) und einen an der ZOB/Messedamm-Bushaltestelle in Berlin (11.15 Uhr). Die Kosten für den Bus (416 Euro) wurden beim „Tolerantes und Sicheres Potsdam“ (ToSiP) beantragt. Die Antwort steht noch aus. Wenn keine Finanzierung durch ToSiP möglich ist, übernehmen Fanfonds und Fanprojekt die Finanzierung.
Verantwortlich für Organisation: Yvonne & Roman

Zu 3.: Nachspiel Luckenwalde

a) Gesprächsangebot POM Karsten Schiewe
Der Fanbeirat hat eine Antwort an POM Karsten Schiewe zu seinem Gesprächsangebot geschrieben, bei welchem es um die gegenseitige Darstellung der Arbeitsweisen gehen sollte. Da es seitens des Fanbeirats neben den regelmäßigen Sicherheitsberatungen vor der Saison, welche die im Angebot unterbreiteten Themen bereits beinhalteten, und vor allen Heimspielen keinen Bedarf an einem weiteren Austausch gibt, lehnen wir das Angebot ab. Dem Schreiben sind weiterhin Forderungen und offene Fragen aus der Nachbereitung zu Luckenwalde beigefügt.
Verantwortlich für Veröffentlichung: Max H. (bis 28.02.)

b) Interview mit Christian Lippold
Der Sicherheitsbeauftragte des SV Babelsberg 03 hat angeboten, nochmal in einem Interview für den Ultra Unfug Stellung zu den Vorfällen in Luckenwalde und deren vereinsinterne Nachbereitung zu nehmen. Für das Interview soll ein Fragenkatalog erarbeitet werden.
Verantwortlich für Fragenkatalog: Max H. (bis 15.03.)
Verantwortlich für Interview: Max H.

c) Offenes Schreiben an Hans-Jürgen Scharfenberg
Der innenpolitische Sprecher der Partei Die Linke im Landtag Brandenburg H.-J. Scharfenberg hat sich bisher nicht zu unseren Fragen im Offenen Brief an ihn geäußert. In diesem wollten wir wissen, woher er die Information, welche wir der Presse entnehmen konnten, hat, dass das Verhältnis zwischen Fans und Polizei sich entspannt habe. Der Fanbeirat wird nochmal um Antwort bitten.
Verantwortlich für ein neues Schreiben: Roman (bis 28.02.)

d) Veranstaltung zum Thema Traumatisierung
Im Anbetracht der Tatsache, dass die Polizeigewalt in Luckenwalde mit hoher Wahrscheinlichkeit Traumatisierungen verursacht hat und es bei möglichen Begegnungen mit den gleichen Beamten bei nun stattfindenden Spielen zu Retraumatisierungsprozessen kommen kann, plant der Fanbeirat in Zusammenarbeit mit dem Fanprojekt und der Initiative nur03* eine Veranstaltung zu diesem Thema. Im Vorfeld soll gemeinsam mit den Sozialarbeiter*innen die Bedeutung einer solchen Veranstaltung herausgearbeitet werden. Ziel ist es, zukünftig ein Netzwerk aufzubauen, welches in solchen Extremfällen schneller reagieren kann. Christian Lippold hat uns bereits die kostenfreie Nutzung der Räumlichkeiten im Karli zugesagt.
Verantwortlich für Planung: Jeetze (Vorstellung erster Ideen am 15.03.)

zu 4.: Regionalliga-Sicherheitskonferenz / Sicherheitsgespräche Jena/Leipzig/Cottbus
Christian Lippold berichtete kurz über die Sicherheitskonferenz des NOFV. Demnach sei es bei Babelsberg 03 in der Hinrunde zu keinen Vorkommnissen gekommen. Bei allen Vereinen der Liga gebe es derzeit 16 Stadionverbote. Insgesamt wurde aufgrund der neu hinzugekommenen Vereine eine erhöhte Präsenz von Gewalt wahrgenommen. Das Spiel gegen Jena wurde bekanntlich abgesagt. Der Nachholtermin ist noch nicht bekannt. Die Planungen für das Spiel behalten allerdings ihre Gültigkeit. Heißt:

Sicherheitsstufe: gefährdet (Stufe 2 von 3)
Gästefans: ca. 600
Insgesamt: ca. 2500-3000 Zuschauende
Dennoch ist die Mitnahme sämtlicher Fanmaterialien sowohl im Heim- als auch im Gästebereich gestattet. Der Ausschank von Vollbier ist genehmigt.

Beim Auswärtsspiel in Leipzig wird es keine Tageskasse geben. Die Tickets müssen im Vorfeld im Fanshop erworben werden. Das Spiel ist als Sicherheitsspiel eingestuft (Stufe 3 von 3), daher wird es einen eingeschränkten Alkoholausschank (Leichtbier) im Stadion geben. Sämtliche Banner und andere Fanmaterialien bedürfen einer vorherigen Anmeldung. Der Verein FC Lokomotive Leipzig hat es untersagt, Materialien mit politischen Symbolen im Stadion zu tragen oder zu verwenden. Da diese Aussage sehr viele Fragen aufwirft, hat das Fanprojekt nachgefragt. Weitere Infos erfolgen ebenso über das Fanprojekt.

Das Spiel gegen den FC Energie Cottbus soll am Freitag, den 28.04.2017, um 18 Uhr stattfinden. Es handelt sich nach Einschätzung von Vereinen und Polizei ebenfalls um ein Sicherheitsspiel (Stufe 3 von 3). Eine ursprünglich zur Disposition gestellte Reduzierung des Gästekartenkontingents wird es nicht geben. Die Polizei will dieses Mal davon absehen mit Meldeauflagen und Aufenthaltsverboten zu agieren, wie es in der Vergangenheit durchaus der Fall war. Im März und April sind zwei weitere Sicherheitsgespräche in Vorbereitung auf das Spiel geplant.

zu 5.: Fanladenplenum / Arbeitsverhältnisse im Fanprojekt
Alle nutzenden Gruppen des Fanladens wurden verpflichtet, die Hausordnung zu achten und durchzusetzen. Der Fanbeirat als Nutzer*in verwaltet nun einen eigenen Schlüssel, welchen Jeetze übernimmt. In der kürzeren Vergangenheit kam es immer wieder zu sehr kurzfristigen Vertragsverlängerungen mit den Mitarbeiter*innen des Fanprojekts seitens des Trägers, der Stiftung SPI. Für eine solide Planung ist allerdings ein frühzeitiges Wissen über die Länge der Arbeitsverhältnisse vonnöten, um auch langfristig angelegte Projekte sicher in Angriff nehmen zu können. Der Fanbeirat spricht sich prinzipiell gegen die Befristung von Arbeitsverhältnissen im Fanprojekt aus und möchte dies auch dem Träger gegenüber so kommunizieren.
Verantwortlich für ein Schreiben an die Stiftung SPI: Sophia (bis 15.03.)

zu 6.: Interviewanfrage TAZ
Eine Interviewanfrage der TAZ zum Thema „Wie man andere Menschen besonders gut motivieren und mitreißen kann“ hat der Fanbeirat in Rücksprache mit einer Person aus der Fanszene an diese weitergeleitet.

zu 7.: Überarbeitung Verbotsschild / Weiterbildung Ordnungsdienst
Im Zuge der Informationsveranstaltung „Versteckspiel“ im Dezember 2016 gab es die Überlegung, die Verbotstafel, die Teil der Hausordnung im Karli ist, zu überarbeiten. Jeetze hat dafür den Kontakt zu einem alten Fanbeiratsmitglied, welches an der Erstellung mitgewirkt hat, hergestellt und versucht so die Datei zu bekommen, um sie zu überarbeiten. Seitens des Ordnungsdienstes gab es einen erhöhten Bedarf an einer weiteren Veranstaltung solcher Art, um weitere Ordnungskräfte zu schulen. Inwiefern dies schon stattgefunden hat oder inwiefern sie bei der Organisation Hilfe benötigen, entzieht sich derzeit der Kenntnis und muss in Erfahrung gebracht werden.
Verantwortlich für Überarbeitung: Jeetze (bis 15.03.)
Verantwortlich für Infos von Ordnungsdienst: Yvonne (bis 12.04.)

zu 8.: Sonstiges / Nächstes Treffen
Terminankündigung: 26.02. 19.30 Uhr KvU heute-Show, 20.00 Uhr Ultras unter Druck – Dokumentation.
Die Fanbeiratswahl 2017 soll nach Vorstellung des jetzigen Fanbeirats entweder am letzten Heimspieltag gegen Auerbach (mit Bewerbung bis Cottbus) oder zum zweiten Heimspieltag der neuen Saison (mit Bewerbung bis zum ersten) stattfinden. Die Entscheidung soll bis Mitte März in Absprache mit dem Fanprojekt und der noch zu bildenden Wahlkommission getroffen werden.
Das nächste Treffen des Fanbeirats findet am 15.03.2017 um 19 Uhr im Fanladen statt.

f.d.R.

Roman

 

 

Protokoll vom 14.12.2016

Anwesend: Jeetze, Yvonne, Max H., Max A., Roman
Abwesend: Lutz, Sophia

Tagesordnung
1. Mailadresse
2. 15 Jahre Fanprojekt
3. Gedenkstättenfahrt
4. Infoveranstaltung “Versteckspiel” (Marken und Codes der extremen Rechten)
5. Nachspiel Luckenwalde
6. Sonstiges

1.) Mailadresse

  • Posteo kostet Geld
  • Systemi, ähnlich wie riseup / Max H.
  • Doppelseitigen infoflyer zum Rückrundenstart, mit den fanbeirats Kontaktdaten und Infos zum fanfond

2.) 15 Fanprojekt

  • War ne schöne Veranstaltung die gut zum vernetzen und Einblick in unser Tätigkeitsfeld geben

3.) Gedenkstättenfahrt

  • Wurde aufgrund fehlender Anmeldungen ins neue Jahr verschoben
  • Zu wenig Werbung
  • Den/Die Themenschwerpunkte spezifischer angeben
  • Vor der Fahrt soll es für die interessierten einen Themenabend vorab geben
  • Auch im Nachgang wird es ein Treffen mit den dran teilgenommen Personen geben vllt mit anschließendem Zeitzeugen Gespräch / Roman + Yvonne

4.) Infoveranstaltung „Versteckspiel“

  • Hat die teilnehmenden Personen gut gefallen
  • Es haben fünf unserer vereinsinternen Ordnungsdienst daran teilgenommen, diese äußerten den Wunsch nach einer Art Schulung zu dem Thema / Fanprojekt
  • Stadionordnung aktualisieren / Jeetze
  • Orga mit dem Verein war an dem Abend nicht sehr löblich z.B. bei der Frage der Getränke Bereitstellung (keine Kommunikation)

5.) Nachspiel Luckenwalde

  • Carsten Schiewe bot ein Gespräch an, wir werden dies aber nicht annehmen da es unwahrscheinlich ist in diesem in unserem Interesse etwas zu erreichen
  • Interview mit Herrn Lippold, fand indirekt bereits im fanforum statt, Nur03 hat dazu Stellung genommen, allerdings bisher ohne Reaktion
  • Fragen für ein Interview sollen formuliert werden

6.) Sonstiges

  • die Mauer ist offen! Schöne Winterpause allen!

i.A. Jeetze

Gedenkstättenfahrt am 05.03.2017

sachsenhausen

Der Fanbeirat Babelsberg und das Fanprojekt laden zur Gedenkstättenfahrt nach Sachsenhausen am 5. März ein.

Um die Fahrt möglichst entspannt zu gestalten, haben wir für die An- und Abreise einen Bus organisiert.

Termine:
Do, 2. März – 18 Uhr – Fanladen – Vorbereitungstreffen (thematische Einführung und Filmvorführung)
So, 5. März – Treff: 10:45 Lutherplatz – 11:15 ZOB Berlin
Gedenkstättenbesuch mit Führung und frei gestaltbarer Zeit
Do, 9. März – 18 Uhr – Fanladen – Nachbereitungstreffen

Anmeldungen bis zum 27. Februar entweder über FB, per Email ans Fanprojekt (fanprojekt-babelsberg[ät]stiftung-spi.de) oder persönlich im Fanladen.